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#mutzurveränderung

Norderney

MoinMoin ihr Lieben,

vor ein paar Tagen habe ich den Aufruf zur Blogparade „Meine besten Tipps für berufliche Veränderung“ gesehen und lange hin und her überlegt, ob ich mich beteilige. Daher musste der Dienstagspost diese Woche ausfallen, denn es hat mich doch sehr beschäftigt und auch, ob und wie ich mich beteilige. Aber ich möchte mich beteiligen, auch wenn dieser Post wohl mein persönlichster bisher wird.

Zur Einleitung erzähle ich euch erstmal kurz etwas zu meiner doch eher etwas holprigen beruflichen Laufbahn. Nach dem Abitur habe ich eine Ausbildung zur Kinderkrankenschwester gemacht. Viele werden jetzt sicher denken, oh, wie schön. Nein, nicht schön und nicht das, was ich wollte. Ich wollte schon immer einen kreativen Weg gehen, wollte eine Ausbildung in einem kreativen Beruf machen und danach Design studieren. Leider hatte ich mit 19 noch nicht das heutige Selbstbewusstsein, um mich damit durchzusetzen. Also wurde es eine solide Ausbildung mit einem noch solideren Studium der Medizin. Das habe ich tatsächlich ganze fünf Jahre durchgehalten und dann mit wehenden Fahnen in den Sand gesetzt. Die Aussicht, bis zur Rente als Krankenschwester zu arbeiten, war mir dann aber doch zu trübe und ich habe ein zweites Studium begonnen und auch abgeschlossen. Versteht mich bitte nicht falsch, Krankenschwester und ist guter und sehr ehrbarer Beruf, aber nichts für mich. Nach dem zweiten Studium und unzähligen Bewerbungen und noch mehr Absagen und großen Frust und Ärger habe ich mich dann quasi dem Schicksal gefügt und noch mehrere Jahre als Krankenschwester gearbeitet, insgesamt 20 Jahre. Eine heftige Nervenentzündung vor zweieinhalb Jahren brachte dann endlich die Wende. Ich war fünf Wochen komplett außer Gefecht gesetzt, konnte mehrere Monate kein Fahrrad mehr fahren und musste mehrere Monate Cortison einnehmen. Da auch in Zeiten von Pflegenotstand die meisten Arbeitsverträge befristet sind, habe ich den Vertrag einfach auslaufen lassen und mir ein Jahr Auszeit gegönnt. Das war die beste Entscheidung meines Lebens.

In diesem Jahr Arbeitslosigkeit habe ich mir viele Gedanken zu meiner Zukunft gemacht und bin endlich bei mir angekommen. Ich bin angefangen, andere Blogs zu lesen, habe Bücher zur Selbstfindung und zur Selbständigkeit gewälzt, war eine Woche an der Nordsee und der Entschluss stand fest, das zu tun, was ich schon immer tun wollte. Mich im kreativen Bereich selbständig zu machen. Was für ein tolles Gefühl beim Gewerbeamt die Vollzeitselbständigkeit anzumelden, den eigenen Blog einzurichten und einfach anzufangen. Ich gebe zu, ich bin erstmal etwas planlos einfach gestartet. Mittlerweile steht der Plan. Ich werde auch weiterhin bloggen, es macht irre viel Spaß und ich habe dadurch schon so viele neue tolle Menschen kennen lernen dürfen, die immer wieder Mut machen und meine Motivation immer weiter vorantreiben. Außerdem werde ich einen Etsyshop eröffnen, evtl. noch einen Shop bei DaWanda und auf meiner eigenen Website einen kleinen feinen Onlineshop.

Ob das alles klappen wird wie ich mir das vorstelle? Ich weiß es nicht, aber ich möchte mir am Ende meines Lebens nicht vorwerfen müssen, dass ich es nie versucht habe. Kurz bevor mein Vater starb, hat er mir eins mit auf den Weg gegeben, was mich jeden Tag wieder antreibt und mir den Mut gegeben hat. Er sagte mir, dass es ihm unendlich leid tut, mich damals in die falsche Richtung gedrängt zu haben und dass ich ein glückliches Leben führen soll. Im Freundes- und Bekanntenkreis habe ich bisher nur supertolles und positives Feedback bekommen. Man würde mir jeden Tag wieder die Befreiung und das Strahlen ansehen. Auch das treibt mich immer wieder an.

Was ich nun als Tipp für die berufliche Veränderung mit auf den Weg geben kann? Vielleicht sollte man es nicht so ins blaue hinein machen wie ich, aber wenn die berufliche Situation dazu führt, dass man kreuzunglücklich ist, nichts mehr voran geht oder man wie in meinem Fall ernsthaft krank wird, muss eine Veränderung her. Egal ob angestellt oder selbständig. Und was ich noch gelernt habe, man muss es selbst tun und unbedingt wollen. Es ist einfacher, sich dem zu ergeben, was ist als das komplette Leben auf den Kopf zu stellen. Es ist sicherer, das bestehende zu akzeptieren und vielleicht das Beste daraus zu machen. Aber die Aussicht, dass alles noch bis zur Rente so weitergeht, hat mir Angst gemacht, mehr Angst als der Sprung ins kalte Wasser.

Um es mit Konrad Adenauer zu sagen ( ich weiß, etwas aus dem Zusammenhang gerissen ), „Hinfallen ist keine Schande, nicht wieder aufstehen schon“. Wenn ich scheitere, ok, dann ist das halt so, aber ich kann mir nicht vorwerfen, dass ich es nie versucht hätte. Trotz aller bestehenden Schwierigkeiten bin ich dennoch sehr optimistisch und zuversichtlich, dass ich Erfolg haben werde, da ich für meine Sache brenne, mit jeder Faser meines Körpers. Ich gehe jeden Abend mit einem glücklichen Gedanken an mein kleines Unternehmen ins Bett und wache jeden Morgen hochmotiviert auf und freue mich über den neuen Tag. Das wünsche ich euch auch, dieses wahnsinnig tolle Gefühl.

Dieser Post entstand als Beitrag zur Blogparade „Meine besten Tipps zu beruflichen Veränderung“ von www.kanyu-zentrum.de. Ich bin sehr dankbar für diese Blogparade, denn sie zeigt mir einmal mehr, dass ich es mit harter Arbeit, Mut und Willen schaffen kann, was mein Vater sich für mich gewünscht hat, ein glückliches Leben.

Aloha, eure Tina

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