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Loslassen

MoinMoin ihr Lieben,

heute mal ein etwas nachdenklicher Beitrag, der so ganz ohne Bilder und SchnickSchnack auskommen muss.

Gestern bin ich zufällig über den Satz „Wer loslässt, hat beide Hände frei“ gestolpert.

Ich musste schon sehr oft in meinem Leben loslassen, nie freiwillig, nie gewollt, aber irgendwann doch immer mit einem Gefühl der Erleichterung.

Dabei gibt es natürlich Unterschiedliches, dass man Loslassen muss. Menschen, die gestorben sind, Menschen, die man einmal geliebt hat, Jobs, Materielles, und auch Vorstellungen, an die man sich vielleicht etwas zu lange geklammert hat.

Ich fange mal mit den Menschen an, die man absolut unfreiwillig an den Tod verliert. Da ist das Loslassen wohl mit am Schwersten. Es gibt noch so viele ungesagte Dinge, alte Verletzungen, die eigentlich noch aufgearbeitet werden müssen, und überhaupt war das einfach viel zu früh. In der akuten Situation überwogen bei mir Trauer, aber auch Frust und Wut, denn der Tod ist so etwas Endgültiges, nicht zu widerrufen. In der akuten Situation des unsagbaren Schmerzes hätte ich es nie für möglich gehalten, dass man Loslassen kann. Aber es geht, es dauert seine Zeit, in meinem Fall mehrere Jahre, bis man zu dem Gedanken kommt, vielleicht ist es so gut, wie es ist. Die Trauer wird nie ganz vorbei sein, niemals, aber man kann wieder nach vorne blicken und das Leben in die Hand nehmen. Die Menschen, die ich an den Tod verloren habe, werden immer einen Platz in meinem Herzen haben, aber ich habe gelernt, damit umzugehen. Ich habe gelernt, dass sie mit Sicherheit nicht wollten, dass ich mich bis an mein Lebensende gräme, sondern mein Leben in die Hand nehme und es als das sehe, was es ist, schön und lebenswert.

Da verhält es sich mit den Menschen, die ich einmal geliebt habe, doch sehr anders. Akuter Liebeskummer kommt dem Gefühl der Trauer ziemlich gleich, aber es gibt doch einen sehr großen Unterschied. Wie oben bereits erwähnt, wird das Gefühl der Trauer mich immer begleiten, nicht absolut präsent, eher unterschwellig. Meine Erfahrung ist, dass Liebeskummer unendlich weh tut, sogar zu körperlichen Schmerzen führen kann, aber irgendwann vorbei ist. Irgendwann kommt dieser Tag, an dem man aufwacht und sich denkt, was war das bloß die letzten Monate, warum und wofür? Ich persönlich habe keinen Kontakt mehr zu früheren Lieben, da es für mich unmöglich ist, von Lieben und Begehren auf Freundschaft umzuswitchen. Manchmal begegnet man sich zufällig, aber ich fühle nichts mehr. Das ist sicher falsch, aber es ist nun mal so. Wäre es eine gute, dauerhafte Liebe gewesen, hätte man sich ja nicht getrennt. Ich für mich habe mich im Inneren mit ihnen versöhnt, aber es reicht einfach nicht für weiteren Kontakt. Da habe ich wirklich losgelassen. Dies finde ich auch sehr wichtig, wenn dann doch ein neuer Mensch in dein Leben tritt. Ich denke nicht, dass es eine gute Basis ist, wenn es noch unterschwellig alte Gefühle gibt, seien sie nun positiv oder noch schlimmer, negativ. Nur kann man heutzutage doch oft beobachten, dass doch recht viele sich einen neuen Partner suchen, um über den Verflossenen hinweg zu kommen. Ich finde das ehrlich gesagt sehr zwiespältig und ich persönlich war auch nie bereit, jemanden in mein Leben zu lassen, solange da noch alte Gefühle unterwegs waren.

Im Laufe der Jahre habe ich für mich gelernt, dass man sich selbst auch dazu auffordern kann, loszulassen. Das ist nicht einfach, aber ich denke, es ist für das eigene Leben wichtig. Wie sollte man sonst ein gutes, zufriedenes Leben führen können? Natürlich werde ich die Vergangenheit nicht vergessen, aber ich werde sie auch nicht jeden Tag wieder hervorholen. Gerade Frauen neigen ja sehr gerne dazu, sich ihr Elend immer wieder auf eine nahezu dramatische Art und Weise vor Augen zu führen und dann alles und jeden zu verteufeln, vor allem Männer. Ich muss gestehen, habe ich früher auch gemacht, möchte ich nicht mehr. Bringt mir nichts, außer, dass es mir schlecht geht und ich irgendwann andere Menschen vielleicht auch nerve mit der immer gleichen Litanei.

Ich hoffe, dass ich mit meinen Gedanken niemandem zu Nahe trete, das ist nicht meine Absicht. Ganz im Gegenteil, ich möchte zeigen, wie sehr es helfen kann, aktiv am Loslassen zu arbeiten. Ein nicht einfacher Prozess, das gebe ich zu, aber man wird belohnt mit neuem Lebensmut und der Erkenntnis, wie viel Schönes das Leben doch zu bieten hat. Ich werde diese Gedanken sicher in einem weiteren Beitrag weiterführen, denn es gibt noch mehr, das ich loslassen musste, aber nicht zu diesem Thema passt.

Wie immer freue ich mich auf eure Gedanken zu diesem Thema, denn es betrifft wohl jeden auf irgendeine Art und Weise.

Habt ein tolles Wochenende und macht es euch schön!

Aloha, eure Tina

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